Schindlers Liste

Schindlers Liste ist ein Roman von Thomas Keneally, welcher später sehr erfolgreich von Steven Spielberg verfilmt wurde.

In dem Roman geht es um den deutschmährischen Industriellen Oskar Schindler. Schindler reist zu Beginn des Krieges nach Krakau um dort eine Fabrik zu betrieben. Mit zahlreichen Geschenken und hohen Bestechungsgeldern erwirbt das NSDAP-Mitglied Schindler die Gunst und Freundschaft hoher militärischer Autoritäten. Um an weiteres Geld für den Betrieb der Fabrik zu gelangen, geht er einen Handel mit jüdischen Geschäftsleuten ein. Sie leihen ihm Geld und erhalten dafür ein Teil der produzierten Güter. Itzhak Stern, ein Jude, leitet für Schindler die Fabrik. Die in der Fabrik beschäftigen Juden sind vor Verhaftungen geschützt. Stern nutzt seine Position um möglichst viele Kinder, Senioren und schwache Menschen als Arbeiter für die Fabrik einzustellen.

Durch den Eintrag auf seiner Liste, bewahrt Schindler ca. 1200 Juden vor dem Tod

Durch den Eintrag auf seiner Liste, bewahrt Schindler ca. 1200 Juden vor dem Tod

Als das Krakauer Ghetto geräumt werden soll, überzeugt Schindler den zuständigen SS-Offizier mit hohen Bestechungsgeldern, dass er seine Arbeiter behalten darf. Auf diese Weise rettet Schindler, zu diesem Zeitpunkt noch unfreiwillig, viele gering ausgebildete Juden. Als Schindler die Räumung des Ghettos und die Verbrennung der Leichen beobachtet geht eine Veränderung in ihm vor. Der selbstsüchtige, knallharte Geschäftsmann wird zu einer Person, die möglichst viele jüdische Arbeiter in seiner Fabrik vor dem Tod retten will.

Nach der Räumung des Ghettos setzt Schindler durch, dass er seine jüdischen Arbeiter zu seiner Fabrik in seinem Heimatort bringen lassen darf. Dazu wird dann die berühmte Schindlers Liste von Stern und Schindler zusammengestellt. Der Eintrag des Namens auf Schindlers Liste war damit lebensrettend für die betreffenden Juden. In der Fabrik in seiner Heimat besticht Schindler die Nationalsozialisten mit seinem restlichen Vermögen um seine Arbeiter zu schützen und viele Freiheiten zu gewähren. Bei Kriegsende ist sein Vermögen aufgebraucht und Schindler muss als NSDAP-Mitglied fliehen. Seine Arbeiter werden am nächsten Tag von der Roten Armee befreit.

Die Verfilmung von Schindlers Liste endet mit einer Szene am Grab von Schindler in Jerusalem. Dort legen die wichtigsten Darsteller des Films und die dargestellten Personen sowie Emilie Schindler Steine auf dem Grab nieder. Schindlers Liste erhielt sieben Oscars, drei Golden Globe und sieben BAFTA Awards.

“Schindlers Liste” – Der Film

Das von Steven Spielberg inszenierte Holocaust-Epos „Schindlers Liste“ aus dem Jahr 1993 behandelt die Geschichte des Industriellen Oskar Schindler, der im Zweiten Weltkrieg in seiner Munitions- und Emailwarenfabrik in Krakau etwa 1200 Juden beschäftigte und diese damit vor der Deportation in das Konzentrationslager Ausschwitz bewahrte.

Im Zentrum des Films: Oskar Schindler und Amon Göth

„Schindlers Liste“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Thomas Keneally über den Kriegsgewinnler Oskar Schindler, gespielt von Liam Neeson, und dessen Aktivitäten während des Zweiten Weltkrieges. Im Zentrum der Handlung von „Schindlers Liste“ steht jene Phase in Schindlers Leben, in der er in Krakau eine Fabrik übernimmt und dort etwa 150 Juden beschäftigt.

Durch seine guten Beziehungen zu dem von Ralph Fiennes verkörperten SS-Hauptsturmführers Amon Göth, dem das polnische Konzentrationslager Plaszow untersteht, gelingt es Schindler, weitere Juden von dort zu rekrutieren und in seiner Fabrik anzustellen.

Der Film „Schindlers Liste“ beschäftigt sich nicht nur intensiv mit NSDAP-Mitglied Schindler, der durch seine Nähe zum Konzentrationslager Plaszow die menschenunwürdigen Zustände erkennt und sich dazu entschließt, zu handeln. Auch das Porträt des „Schlächters von Plaszow“, als der der Massenmörder Amon Goth wegen seiner sadistischen und menschenverachtenden Art in die Geschichte einging, dient Spielbergs „Schindlers Liste“ als wesentliches inhaltliches Element.

Geschichtsgetreu wird Amon Göth nicht nur als extrem brutal und kaltblütig, sondern auch als leicht zu manipulierender und psychisch äußerst labiler Privatmensch dargestellt, dessen Stimmungsschwankungen, Trunksucht und Wutausbrüche ihn zu einem unberechenbaren und gefährlichen Tyrannen machen. Schindlers ausgleichende Art beschwichtigt Göth bisweilen, was zu einer vorübergehenden Milde des SS-Kommandanten führt. Er kauft mit teuren Bestechungsgeschenken an Göth und andere SS-Männer schließlich über tausend Juden, die er auf seine Liste setzen lässt, aus Plaszow frei, und verbraucht dadurch sein eigenes Vermögen zur Gänze auf, bevor er in den letzten Kriegstagen das Land verlässt und sich von „seinen“ Juden verabschiedet.

Zugeständnisse an Hollywood in Dramaturgie und Stil

Steven Spielberg hatte, inspiriert durch die Holocaust-Erfahrungen seiner eigenen jüdischen Vorfahren, die Absicht, mit „Schindlers Liste“ einen semi-dokumentarischen Film zu drehen, der die Ereignisse in Schindlers Leben gegen Ende des Zweiten Weltkrieges geschichtsgetreu darstellt. Lange und intensive Recherchearbeit von seiten des Produktionsteams sowie zahlreiche Interviews mit etlichen Personen, die in die Geschehnisse verwickelt waren, liegen dem Film „Schindlers Liste“ zugrunde.

Dennoch wurden einige historische Details zugunsten der narrativen Struktur und der dramaturgischen Entwicklung des „Antihelden“ Schindler verändert, der sich im Laufe der Handlung von einem frauenverführenden, geldgierigen Kriegsgewinnler zu einem großzügigen Menschenretter wandelt und schließlich als mittelloser „Held“ flüchten muss. Sein „Moment des Wandels“, als er von einem Hügel aus das Massaker in Plaszow und das Mädchen im roten Mäntelchen beobachtet, ist Mittel des stilistischen Ausdrucks und entspricht nicht den geschichtlichen Fakten.

Auch die Tatsache, dass Schindler in dieser Zeit einen Gefängnisaufenthalt absolvierte und somit nicht an der Erstellung der Liste beteiligt sein konnte, wird in „Schindlers Liste“ zugunsten einer publikumstauglichen Dramaturgie verfälscht.

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